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Kortisonspritze beim Tennisarm — ja oder nein?

Kurzfristig ja, langfristig nein: Kortison nimmt den Schmerz für einige Wochen deutlich, aber nach sechs bis zwölf Monaten geht es Patient:innen mit Spritze in Studien schlechter als denen mit Training oder abwartendem Vorgehen — die Rückfallrate ist höher, die Sehne wird geschwächt. Sinnvoll ist die Spritze allenfalls als einmalige Brücke bei unerträglichem Schmerz, kombiniert mit einem Trainingsprogramm. Wer die Zeit hat, kommt mit Belastungssteuerung und exzentrischem Training weiter.

Die Spritze wirkt — das ist das Problem. Sie wirkt so gut und so schnell, dass die eigentliche Behandlung oft ausfällt. Und dann kommt der Tennisarm zurück.

Was die Studien zeigen

  • Nach 6 Wochen: Kortison klar besser als Physiotherapie oder Abwarten.
  • Nach 6 bis 12 Monaten: Kortison schlechter — mehr Rückfälle, schlechtere Funktion, als hätte man nichts getan.
  • Warum: Kortison unterdrückt die Reparaturvorgänge in der Sehne; sie bleibt schwach, und die Belastung, die den Schmerz ausgelöst hat, bleibt auch.

Unser Vorschlag

Erst Befund: Kommt der Schmerz wirklich von der Sehne, oder aus Nacken und Nervenbahn? Dann drei Monate Programm — Manuelle Therapie, exzentrisches Training für die Unterarmstrecker, Anpassung von Maus, Werkzeug oder Schlägergriff. Wenn der Schmerz so stark ist, dass Training unmöglich ist, kann eine einzige Injektion die Tür öffnen — aber nur mit Training dahinter. Alternativen wie Eigenblut (PRP) oder Stoßwelle besprechen wir, wenn nach drei Monaten nichts vorangeht.

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