Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Es gibt über zweihundert Formen, und sie brauchen unterschiedliche Behandlung. Für unsere Arbeit sind vor allem zwei relevant — und eine dritte, bei der wir nur begleiten.
Woher kommt das?
Spannungskopfschmerz. Drückend, beidseitig, wie ein Band um den Kopf. Wird bei Bewegung meist nicht schlimmer. Hier spielen Nacken- und Kaumuskulatur häufig mit — das ist der Anteil, an dem wir arbeiten können.
Kopfschmerz aus der Halswirbelsäule. Meist einseitig, zieht vom Nacken über den Hinterkopf nach vorn, oft verbunden mit eingeschränkter Kopfdrehung. Die oberen Kopfgelenke sind hier der entscheidende Bereich.
Migräne. Anfallsartig, oft einseitig und pulsierend, mit Übelkeit, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, verstärkt durch Bewegung. Migräne ist eine neurologische Erkrankung und gehört in ärztliche Hand. Was wir tun können: die muskuläre Komponente behandeln, die viele Betroffene zusätzlich belastet, und an Schlaf, Anspannung und Auslösern mitarbeiten.
Kiefer. Wer nachts knirscht, wacht oft mit Kopfschmerz auf. Das läuft über dieselbe Muskelkette wie der Nacken.
Was wir uns ansehen
Bei uns läuft jeder Termin in vier Schritten: Anamnese, Untersuchung, Behandlung, Tipps für zu Hause. Erst reden wir ausführlich über dein Anliegen und mögliche Zusammenhänge. Dann untersuchen wir — Körperhaltung, Muskelspannung, Gelenkbeweglichkeit und Kraft. Was wir dabei finden, entscheidet, womit wir arbeiten.
Beim Kopfschmerz schauen wir zusätzlich auf die oberen Kopfgelenke, die Kaumuskulatur und den Kiefer. Wir fragen nach Häufigkeit, Tageszeit, Auslösern und Schmerzmitteleinnahme — bei mehr als zehn Einnahmetagen im Monat kann der Schmerz nämlich von den Mitteln selbst kommen, und das ist ein Fall für die Ärztin.
Was wir machen
- Manuelle Therapie und Osteopathie an Halswirbelsäule, Kopfgelenken und oberem Rücken.
- Arbeit an Kau- und Nackenmuskulatur, auch von innen am Kiefer, wenn du einverstanden bist.
- Übungen und Alltagstipps für Arbeitsplatz, Schlaf und Anspannung.
Was du selbst tun kannst
Führ zwei Wochen Tagebuch. Wann, wie lange, wie stark, was war davor. Das bringt oft mehr als jede Untersuchung.
Trink genug und iss regelmäßig. Klingt banal, ist bei vielen der Auslöser.
Zähl deine Schmerzmitteltage. Mehr als zehn im Monat ist ein Warnsignal, kein Ausdruck von Durchhaltevermögen.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Geh bitte sofort in die Arztpraxis oder ruf den Notruf, wenn eins davon zutrifft:
- Der schlimmste Kopfschmerz deines Lebens, der schlagartig einsetzt
- Kopfschmerz mit Fieber und steifem Nacken
- Kopfschmerz mit Lähmung, Sprach- oder Sehstörung oder Verwirrtheit
- Kopfschmerz nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
- Ein Kopfschmerz, der über Wochen stetig schlimmer wird
- Neu auftretender Kopfschmerz nach dem 50. Lebensjahr
- Mehr als zehn Tage Schmerzmittel im Monat
















