Das Kiefergelenk ist das Gelenk, das du am häufigsten benutzt — beim Sprechen, Essen, Schlucken. Und nachts oft weiter, ohne dass du es merkst. Wenn es aus dem Takt gerät, spürst du das selten nur im Kiefer: Nacken, Schläfen, Ohren und Zähne melden sich mit.
Woher kommt das?
Knirschen und Pressen. Meist nachts, meist unbemerkt. Die Kaumuskulatur arbeitet stundenlang gegen Widerstand und ist morgens entsprechend müde.
Der Nacken. Kau- und Nackenmuskulatur teilen sich Nervenbahnen. Eine steife Halswirbelsäule verändert messbar, wie der Kiefer arbeitet — und umgekehrt.
Anspannung. „Die Zähne zusammenbeißen“ ist keine Metapher. Unter Druck spannt die Kaumuskulatur als Erstes an.
Zahnmedizinische Ursachen. Eine neue Krone, eine Brücke, eine Schiene, die nicht passt. Da arbeiten wir mit deiner Zahnärztin zusammen statt gegeneinander.
Was wir uns ansehen
Bei uns läuft jeder Termin in vier Schritten: Anamnese, Untersuchung, Behandlung, Tipps für zu Hause. Erst reden wir ausführlich über dein Anliegen und mögliche Zusammenhänge. Dann untersuchen wir — Körperhaltung, Muskelspannung, Gelenkbeweglichkeit und Kraft. Was wir dabei finden, entscheidet, womit wir arbeiten.
Beim Kiefer messen wir zusätzlich die Mundöffnung, schauen ob sie gerade verläuft oder zur Seite abweicht, und tasten Kau- und Schläfenmuskulatur ab — auch von innen, wenn du einverstanden bist. Die Halswirbelsäule gehört immer mit dazu.
Was wir machen
- Manuelle Techniken am Kiefergelenk und an der Kaumuskulatur.
- Behandlung der Halswirbelsäule — bei CMD kein Nebenschauplatz, sondern Teil der Sache.
- Übungen für zu Hause, die die Mundöffnung und die Muskelspannung verbessern.
- Abstimmung mit der Zahnmedizin, wenn eine Schiene im Spiel ist.
Was du selbst tun kannst
Zähne auseinander. Im Ruhezustand berühren sich die Zahnreihen nicht. Häng dir einen Zettel an den Monitor, bis es sitzt.
Harte und zähe Sachen erstmal weglassen — Baguette, Kaugummi, Nüsse.
Wärme auf die Wangen abends, bevor du schlafen gehst.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Geh bitte zuerst in die Arztpraxis oder zur Zahnärztin, wenn eins davon zutrifft:
- Der Mund lässt sich plötzlich nicht mehr öffnen oder nicht mehr schließen
- Kieferschmerz nach einem Schlag oder Sturz
- Schwellung, Rötung oder Fieber im Kieferbereich
- Taubheit im Gesicht
- Zahnschmerz, der klar von einem Zahn ausgeht
- Schmerz im Unterkiefer zusammen mit Druck auf der Brust oder Atemnot — das ist ein Notfall



























