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Impingement der Schulter — muss operiert werden?

In der Regel nein. Studien zeigen, dass die klassische Operation (subakromiale Dekompression) beim Impingement nicht besser wirkt als Physiotherapie — oder als eine Scheinoperation. Erste Wahl ist deshalb Training: Kraft für die Rotatorenmanschette und das Schulterblatt, Beweglichkeit der Brustwirbelsäule, Anpassung der Überkopfbelastung. Operiert wird nur bei strukturellen Schäden wie größeren Sehnenrissen.

Der Begriff „Impingement“ klingt mechanisch: Etwas klemmt, also muss Platz geschaffen werden. Die Forschung der letzten Jahre hat dieses Bild gründlich korrigiert.

Was die Studien sagen

  • Zwei große randomisierte Studien (2018, 2019) fanden nach der Dekompressions-OP keine besseren Ergebnisse als nach Scheinoperation oder Physiotherapie.
  • Die Form des Schulterdachs sagt kaum voraus, wer Beschwerden bekommt.
  • Was hilft, ist Kraft und Steuerung: Die Rotatorenmanschette zentriert den Oberarmkopf, das Schulterblatt macht Platz.

Was wir tun

Wir klären zuerst, ob die Sehne intakt ist — ein größerer Riss ist eine andere Situation. Dann: Manuelle Therapie für Brustwirbelsäule und Schultergelenk, ein Kräftigungsprogramm über mindestens zwölf Wochen, Korrektur der Belastung im Alltag oder Sport. Die meisten Schultern sind danach frei. Wenn nicht, ist die OP immer noch möglich — dann aber aus besserem Grund.

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