Zwischen Oktober und März steht die Sonne auf Berliner Breite zu flach, um Vitamin D zu bilden — unabhängig davon, wie lange du draußen bist. Sinnvoll sind drei Werte: Vitamin D (25-OH), Ferritin und Vitamin B12. Messen vor dem Schlucken: fettlösliche Vitamine lassen sich überdosieren, Eisen ebenso.
Kaum Sonne, ständig müde, ein Infekt jagt den nächsten. Der Berliner Winter ist zwischen November und Februar eine ziemlich zuverlässige Angelegenheit.
Warum Vitamin D im Winter hier nicht reicht
Die körpereigene Bildung braucht UVB-Strahlung in einer bestimmten Intensität. Auf Berliner Breite steht die Sonne von Oktober bis März dafür zu flach — unabhängig davon, wie lange du draußen bist. Der Spiegel zehrt in dieser Zeit von den Reserven des Sommers.
Was das im Einzelfall bedeutet, ist unterschiedlich. Manche kommen gut durch, andere merken es an Müdigkeit, Infektanfälligkeit und diffusen Muskelbeschwerden.
Welche drei Werte sich lohnen
- Vitamin D (25-OH). Der Standardwert. Aussagekräftig, gut untersucht, im Winter bei vielen niedrig.
- Ferritin. Der Eisenspeicher, nicht das Eisen im Blut. Niedrige Speicher machen müde und belastungsintolerant, lange bevor eine Blutarmut sichtbar wird. Besonders relevant bei Menstruation und bei Ausdauersport.
- Vitamin B12. Wird fast nur über tierische Lebensmittel aufgenommen. Bei vegetarischer und vor allem veganer Ernährung gehört der Wert regelmäßig geprüft.
Warum messen besser ist als schlucken
Nahrungsergänzung auf Verdacht ist die häufigste Variante — und die schlechteste. Ohne Ausgangswert weißt du nicht, ob du etwas brauchst, wie viel, und ob es wirkt. Bei fettlöslichen Vitaminen wie D ist eine dauerhafte Überdosierung außerdem nicht harmlos.
Mit einem Wert weißt du, wo du stehst. Und mit einer zweiten Messung nach einigen Monaten weißt du, ob das, was du tust, etwas ändert. Das ist der ganze Unterschied.
Wann das nichts bringt
Wenn du dich grundsätzlich wohlfühlst, ist eine Messung ohne Anlass selten hilfreich — sie produziert dann eher Fragen als Antworten. Und sie ersetzt keine ärztliche Abklärung: Anhaltende Müdigkeit hat viele mögliche Ursachen, von denen die meisten nicht in diesen drei Werten stehen. Mehr dazu unter Erschöpfung und Müdigkeit.
Wie das bei uns läuft
Was ein Referenzbereich eigentlich sagt
Er beschreibt, wo die mittleren 95 Prozent einer Vergleichsgruppe liegen — nicht, was für dich optimal ist. Deshalb ist ein Wert knapp innerhalb der Grenze nicht automatisch gut und einer knapp außerhalb nicht automatisch behandlungsbedürftig. Interessant wird es, wenn ein Wert zu dem passt, was du berichtest.
Dazu kommt: Labore arbeiten mit unterschiedlichen Methoden und geben unterschiedliche Bereiche an. Werte aus zwei Häusern lassen sich nur eingeschränkt vergleichen. Für eine Verlaufskontrolle lohnt es sich, beim selben Labor zu bleiben.
Was du ohne Labor tun kannst
- Licht am Morgen. Bringt zwar im Winter kein Vitamin D, stabilisiert aber den Rhythmus — und der erklärt einen guten Teil der Wintermüdigkeit.
- Eisenquellen kombinieren. Pflanzliches Eisen wird zusammen mit Vitamin C besser aufgenommen; Kaffee und schwarzer Tee direkt zur Mahlzeit bremsen die Aufnahme.
- B12 im Blick behalten, wenn du dich vegan ernährst. Hier ist eine Zufuhr nicht Geschmackssache, sondern notwendig.
- Bewegung draußen, auch kurz. Sie wirkt auf Schlaf, Stimmung und Energie stärker als die meisten Präparate.
Und der wichtigste Punkt: Wenn Müdigkeit neu, stark oder anhaltend ist, gehört sie ärztlich abgeklärt, bevor man sie mit Präparaten überdeckt. Es gibt eine Reihe von Ursachen, die kein Vitamin löst.
Blutabnahme in der Praxis, Auswertung im Labor, Befund in der Regel nach drei Werktagen, dann ein Gespräch darüber, was die Zahlen heißen. Die Pakete und Preise stehen auf der Seite Blutdiagnostik. Es sind Selbstzahlerleistungen.

