Der Name führt in die Irre: Die wenigsten, die damit zu uns kommen, spielen Tennis oder Golf. Maus und Tastatur, Werkzeug, Kleinkind auf dem Arm, Klettern — alles, was die Hand über Stunden greifen und halten lässt, landet an den Sehnenansätzen am Ellenbogen.
Außen am Ellenbogen nennt man es Tennisarm, innen Golferarm. Das Prinzip ist dasselbe: Die Sehne hat über lange Zeit mehr abbekommen, als sie verkraften konnte. Das ist keine Entzündung im klassischen Sinn — und deshalb hilft Ruhigstellen allein selten.
Woher kommt das?
Zu viel auf einmal. Ein neues Projekt, eine neue Sportart, die Renovierung am Wochenende. Die Sehne braucht Wochen, um sich an Belastung anzupassen. Bekommt sie die Zeit nicht, meldet sie sich.
Zu wenig Kraft dahinter. Unterarm, Schulter und Rumpf teilen sich die Arbeit. Ist die Schulter schwach oder steif, hält der Unterarm den Rest — und die Sehne bezahlt.
Der Nacken redet mit. Manchmal kommt der Schmerz gar nicht aus dem Ellenbogen, sondern strahlt von der Halswirbelsäule aus. Das prüfen wir am Anfang, damit wir nicht an der falschen Stelle arbeiten.
Was wir uns ansehen
Wo genau es weh tut und bei welcher Bewegung. Griffkraft im Seitenvergleich. Beweglichkeit von Handgelenk, Ellenbogen und Schulter. Und ein kurzer Blick auf die Halswirbelsäule und die Nerven im Arm, damit wir Ausstrahlungen nicht mit einem Sehnenproblem verwechseln.
Was wir machen
- Belastung dosieren statt Pause: Wir finden die Menge, die die Sehne verträgt, und steigern sie in Schritten.
- Manuelle Therapie an Ellenbogen, Handgelenk und Halswirbelsäule, wenn die Beweglichkeit eingeschränkt ist.
- Training am Gerät für Unterarm, Schulter und Rumpf. Langsame, schwere Wiederholungen sind bei Sehnen das Mittel der Wahl.
- Osteopathie, wenn der Arm nur das Ende einer längeren Kette ist — Schulter, Brustkorb, Halswirbelsäule.
- Arbeitsplatz und Technik anpassen: Mausposition, Griffe, Werkzeug. Kleine Änderungen, große Wirkung.
Was du selbst tun kannst
Nicht komplett schonen. Die Sehne wird durch Belastung stärker, nicht durch Ruhe. Was weh tut, dosierst du — was gar nicht mehr weh tun darf, verlernt die Sehne.
Schwer und langsam. Eine volle Wasserflasche, Handgelenk langsam heben und senken, drei Sekunden hoch, drei Sekunden runter. Leichter Schmerz dabei ist in Ordnung, wenn er am nächsten Morgen nicht schlimmer ist.
Geduld. Sehnen heilen in Monaten, nicht in Tagen. Wer nach zwei guten Wochen wieder voll loslegt, fängt oft von vorn an.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Geh bitte zuerst in die Arztpraxis, wenn eins davon zutrifft:
- Der Ellenbogen ist geschwollen, rot und überwärmt, dazu Fieber
- Finger oder Hand werden taub, kribbeln dauerhaft oder verlieren Kraft
- Der Schmerz kam mit einem Sturz oder Schlag auf den Ellenbogen
- Der Schmerz ist auch in Ruhe und nachts stark und wird über Wochen schlimmer, ohne dass du den Arm belastest














