Die Hüfte ist ein tiefes Kugelgelenk und damit das Gegenteil der Schulter: stabil gebaut, dafür weniger beweglich. Sie trägt bei jedem Schritt ein Vielfaches deines Körpergewichts. Wenn sie sich meldet, lohnt es sich, genau hinzuschauen wo es weh tut — das verrät oft schon, worum es geht.
Woher kommt das?
In der Leiste. Klassisch für das Gelenk selbst. Bei Hüftarthrose ist typisch, dass die Innendrehung als Erstes nachlässt und Socken anziehen schwerfällt.
Außen am Knochen. Da sitzen Sehnenansätze und ein Schleimbeutel. Tut weh beim Liegen auf der Seite und beim Treppensteigen. Mit dem Gelenk hat das oft gar nichts zu tun.
Hinten Richtung Gesäß. Kann aus der Lendenwirbelsäule oder dem Kreuz-Darmbein-Gelenk kommen und nur dorthin ausstrahlen.
Zu viel zu schnell. Der häufigste Grund bei jüngeren Leuten. Neues Laufpensum, neue Sportart, neue Schuhe.
Was wir uns ansehen
Bei uns läuft jeder Termin in vier Schritten: Anamnese, Untersuchung, Behandlung, Tipps für zu Hause. Erst reden wir ausführlich über dein Anliegen und mögliche Zusammenhänge. Dann untersuchen wir — Körperhaltung, Muskelspannung, Gelenkbeweglichkeit und Kraft. Was wir dabei finden, entscheidet, womit wir arbeiten.
Bei der Hüfte prüfen wir die Beweglichkeit in alle Richtungen — besonders die Innendrehung, weil sie früh Auskunft gibt. Dazu die Kraft der Hüftmuskulatur, dein Gangbild, den Einbeinstand und einen Blick auf Lendenwirbelsäule und Becken, damit wir eine Ausstrahlung nicht mit einem Hüftproblem verwechseln.
Was wir machen
- Manuelle Therapie und Osteopathie an Hüfte, Becken und Lendenwirbelsäule.
- Kraftaufbau für die Hüftmuskulatur — bei Arthrose und bei Sehnenproblemen der wichtigste Hebel.
- Training am Gerät für dosierte Steigerung.
- Belastungsplanung, wenn du wieder laufen oder Sport machen willst.
Was du selbst tun kannst
Tut es außen weh: nicht direkt drauf liegen. Ein Kissen zwischen den Knien nimmt Zug von den Sehnen.
Bei Arthrose: bewegen, aber gleichmäßig. Rad und Wasser sind meist gut verträglich.
Steigere in kleinen Schritten. Zehn Prozent mehr pro Woche ist eine brauchbare Faustregel.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Geh bitte zuerst in die Arztpraxis, wenn eins davon zutrifft:
- Du kannst das Bein nach einem Sturz nicht belasten — besonders wichtig bei Osteoporose
- Das Bein wirkt verkürzt oder nach außen gedreht
- Fieber zusammen mit Hüftschmerz
- Nachtschmerz, der dich regelmäßig weckt, dazu Gewichtsverlust
- Plötzliche Schwellung im Bein mit Spannungsgefühl
- Bei Kindern und Jugendlichen gehört Hüft- oder Knieschmerz mit Hinken immer ärztlich abgeklärt

















