Schwindel und Ohrgeräusche sind Symptome, keine Diagnose. Dahinter können sehr verschiedene Dinge stecken — vom Innenohr über den Kreislauf bis zur Halswirbelsäule. Deshalb ist die Reihenfolge hier anders als sonst: erst abklären lassen, dann behandeln.
Wenn HNO und Neurologie nichts gefunden haben — und das ist häufig der Fall — heißt das nicht, dass nichts da ist. Es heißt, dass es woanders liegt.
Woher kommt das?
Die oberen Kopfgelenke. Dort sitzen sehr viele Rezeptoren, die dem Gehirn melden, wo dein Kopf im Raum steht. Passen diese Informationen nicht zu dem, was Augen und Gleichgewichtsorgan melden, entsteht ein Schwankgefühl — meist diffus, oft zusammen mit Nackenbeschwerden und schlimmer bei Kopfdrehung.
Der Kiefer. Kaumuskulatur und Mittelohr liegen anatomisch eng beieinander. Bei einem Teil der Betroffenen ändert sich das Ohrgeräusch, wenn sie den Kiefer bewegen oder zubeißen. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass muskulär etwas mitspielt.
Anspannung und Schlaf. Tinnitus wird unter Stress lauter — nicht weil er dann stärker ist, sondern weil die Aufmerksamkeit darauf steigt. An diesem Teil lässt sich arbeiten.
Was nicht zu uns gehört: Drehschwindelattacken mit Übelkeit, plötzlicher Hörverlust, einseitiger Tinnitus mit Hörminderung. Das ist HNO und teilweise dringend.
Was wir uns ansehen
Bei uns läuft jeder Termin in vier Schritten: Anamnese, Untersuchung, Behandlung, Tipps für zu Hause. Erst reden wir ausführlich über dein Anliegen und mögliche Zusammenhänge. Dann untersuchen wir — Körperhaltung, Muskelspannung, Gelenkbeweglichkeit und Kraft. Was wir dabei finden, entscheidet, womit wir arbeiten.
Hier prüfen wir zusätzlich die Beweglichkeit der oberen Kopfgelenke, die Muskulatur von Nacken und Kiefer und ob sich dein Ohrgeräusch durch Kieferbewegung oder Druck auf bestimmte Muskeln verändert. Und wir fragen nach den Befunden, die du schon hast — ohne die arbeiten wir nicht.
Was wir machen
- Manuelle Therapie an den oberen Kopfgelenken und der Halswirbelsäule.
- Arbeit an Kau- und Nackenmuskulatur.
- Übungen zur Stabilisierung von Blick und Kopfhaltung.
- Anspannungs- und Schlafthemen, weil sie bei beidem den Unterschied machen.
Was du selbst tun kannst
Vermeide Stille. Bei Tinnitus macht absolute Ruhe das Geräusch lauter. Leise Hintergrundgeräusche helfen vielen.
Notier, wann es schlimmer wird. Tageszeit, Belastung, Schlaf, Kieferanspannung.
Beweg dich weiter. Wer sich aus Angst vor Schwindel nicht mehr bewegt, wird unsicherer, nicht sicherer.
Wann eine ärztliche Abklärung wichtig ist
Das gehört sofort in ärztliche Hand:
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr — das ist ein Notfall, geh am selben Tag zur HNO
- Schwindel zusammen mit Lähmung, Sprach-, Seh- oder Schluckstörung — ruf den Notruf
- Heftiger Drehschwindel mit Erbrechen, der nicht aufhört
- Einseitiger Tinnitus zusammen mit Hörminderung
- Pulsierendes Ohrgeräusch im Takt des Herzschlags
- Schwindel nach einem Kopf- oder Nackentrauma
- Ohnmacht oder Beinahe-Ohnmacht




























